Was bin ich ?

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Eine Wanderausstellung von 12 bis 14 – jährigen für die Sekundarschulen und Gymnasien zum Thema Gender, LGBTQ und Respekt.

Wir sind eine Gruppe von Mädchen und Jungen zwischen 12 und 14 Jahren, die das Riff und den Oktopus besuchen. In unserem Alter suchen ja viele nach Orientierung. Einige von uns merkten, dass sie nicht „Hetero“ sind bzw. dass sie „Trans“, „Inter“ o.a. sein könnten. Andere von uns leben in einer homosexuellen Familie. All dies wird von vielen Mitschüler*innen, möglicherweise auch von einzelnen Eltern und Lehrer*innen immer noch nicht als „Normal“ angesehen. In der Schule erhielten wir Beschimpfungen wie „Transe“, „Schwule Sau“, „Missgeburt“… dafür.

„Gay“ bedeutet „heiter“ und wird im anglizistischen Sprachraum auch für „Homosexuell“ verwendet. In der deutschen Sprache hingegen wird „Schwul“, genau wie „Behindert“ u.a., oft als Schimpfwort benutzt. Warum?

Menschen in unserem Alter sind im Schulalltag verbaler Gewalt, homophoben Stigmata und der Respektlosigkeit von gleichaltrigen Mitschüler*innen ausgesetzt. Einigen von uns ging es richtig schlecht.

Um daraus aber etwas Gutes entstehen zu lassen, kamen wir auf die Idee, die Ausstellung zu machen mit dem Titel „Was bin ich?“, mit der wir andere gleichaltrige informieren und stärken möchten. Mit Texten, Flaggen, Malerei / Collagen und Audioaufnahmen möchten wir allen Mut machen, sich über die Vielfalt von LGBTQ zu informieren, sich selbst und ihre Mitschüler*innen zu akzeptieren und zur eigenen Sexualität zu stehen.

Wir setzen uns ein für die unantastbare Würde eines jeden Menschen, insbesondere für das Recht auf die eigene sexuelle Identität. Auch unsere Persönlichkeit ist unsere Zukunft. Deshalb möchten wir aktiv dazu beitragen, dass die gesellschaftliche „Norm“ und die „Moral“ sich klar in Richtung „Diversity“ und „LGBTQ“ bewegen.

Unsere Ausstellung soll durch die Sekundarschulen und Gymnasien wandern. Sie kann gerne bei uns angefragt und zum Selbstkostenpreis bei uns ausgeliehen werden! Per email senden wir interessierten Schulen und Jugendeinrichtungen ab April 2020 eine Übersicht der Exponate. Wir möchten möglichst viele Menschen damit erreichen.

Zur Projektarbeit: Im April 2019 traten wir (zum ersten mal zusammen) vor die Jugendjury Pankow und erhielten dort 650 € für die 15 Bilderrahmen (je 70 x 100cm) und die Farben. Seitdem gibt es unsere Gruppe. Das Riff bot seitdem Freitags dem „Was bin ich?“ – Projekt einen Rahmen, damit wir irgendwo zusammen arbeiten können und auch eine erwachsene Begleitung haben.

Das Arbeiten war nicht immer leicht. Es ist so viel was wir sagen möchten, und vieles dauert lange, bis es endlich fertig ist. Manchmal haben wir auch einfach nur zusammen gesessen, uns unterhalten oder Filme zum Thema angesehen. Die Texte haben wir zusammengetragen und teilweise selbst geschrieben, die Interviews haben wir auf der Buchmesse Leipzig, in Shopping Malls, nach Vereinbarung mit ausgesuchten Interviewpartnern, oder auf der Straße geführt. Wir wissen, dass unser Ausstellungsthema sich immer weiter wandeln und erneuern wird und dass zu den einzelnen Themen noch viel mehr zu sagen ist, als das was wir zeigen können.

Aber wenn wir es schaffen, in einigen Köpfen einen Stein ins rollen zu bringen, dann haben wir ein großes Ziel erreicht!

Jetzt bereiten wir die Ausstellungseröffnung am 13.3. im M24 vor, die die Jugendjury Pankow mit uns ausrichten wird.